Radolfzell

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Radolfzell
Radolfzell ist eine Stadt mit etwa 27.000 Einwohnern am Fuße der Halbinsel Mettnau zwischen Gnadensee und Zellersee.
Die Ursprünge der Stadt gehen auf die Gründung der Cella Ratoldi, eine Kapelle mit Klause, die Bischof Radolf von Vereno (Ratoldus) auf dem damals zum Kloster Reichenau gehörenden Gebiet errichtete. Nach dieser Gründung kehrte der Bischof zwar wieder nach Vernona zurück, verbrachtet jedoch ab 840 in "Radolfzell" seinen Lebensabend. Auch wählen viele Menschen für Ihren Ruhestand den Bodensee und insbesondere Radolfzell als Domizil.
Bischof Radolf war es auch, der die Gebeine der kleinasiatischen Märtyrer Theopontus und Senesius aus Treviso, Oberitalien, an den Bodensee hatte überführen lassen. Später erhielt die Kirche noch eine dritte Reliquie, ein Teil des Kopfes vom Hl. Zeno, Bischof von Verona im 4. Jahrhundert. Die Reliquienschreine werden alljährlich am 3. Julisonntag feierlich durch die Stadt getragen. Am darauffolgenden Tag, also montags, findet dann die mittlerweile zur Touristenattraktion gewordene Wasserprozession zwischen Moss und Radolfzell statt. Die Einwohner der Gemeinde Moss kommen in festlich geschmückten Booten über den Zeller See. Damit erneuern sie jährlich ihren Dank an die Gemeinde Radolfzell für deren Hilfe bei einer Viehseuche.

Der deutsche Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel (1876 - 1826) verbrachte seine letzten Lebensjahre - körperlich und seelisch krank - in Radolfzell. Sein berühmtestes Werk, der Roman "Ekkehard" (1855), gehörte zu den erfolgreichsten Romanen des 19. Jahrhunderts. Im "Ekkehard liest man z.B. über Radolfzell:
Der Fährmann steuerte rüstig vorwärts. Schon waren sie dem Ufervorsprung, der die Zelle Radolfs und die wenig umliegenden Behausungen trägt, nahe.
und ein paar Abschnitte weiter heißt es:

"Das Gestad von Radolfs Zelle war erreicht; eine dünne, nur auf einer Seite geprägte Silbermünze stellte den Fährmann zufrieden.5) Sie gingen an Land. Wenig Häuser und schmucklose Fischerhütten standen um das Grabkirchlein, das Radolfs Gebeine birgt."

Irgendwann Ende Oktober oder im November beginnt in Radolfzell die "Nebelzeit". So wie es schon Joseph Victor von Scheffels im ersten Abschnitt seines Romans "Ekkehard" schreibt: Es war vor beinahe tausend Jahren. Die Welt wußte weder von Schießpulver noch von Buchdruckerkunst. Über dem Hegau lag ein trüber bleischwerer Himmel, doch war von der Finsternis, die bekanntlich über dem ganzen Mittelalter lastete, im einzelnen nichts wahrzunehmen. Vom Bodensee her wogten die Nebel übers Ries und verdeckten Land und Leute. Auch der Turm vom jungen Gotteshaus Radolfszelle war eingehüllt, aber das Frühglöcklein war lustig durch Dunst und Dampf erklungen, wie das Wort eines verständigen Mannes durch verfinsternden Nebel der Toren.


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